Sonntag, 3. Februar 2013

Why I love Manga

(Sorry guys, german, because I feel like it.)

Hallo Leute! Heute will ich mal darüber reden warum ich Manga liebe. Und Anime. Und nein, dass ist nicht dasselbe. Man zeichnet Manga, man animiert aber Anime.

Meine Liebe begann mit...Sailor Moon
Sailor Moon, Naoko Takeuchi
Ja genau. Die Blondine mit den großen blauen Augen und den viel zu langen Beinen.
Ich war 3 oder 4 Jahre alt, als ich Sailor Moon im Fernsehen sah. Sailor Moon war der Anfang von dem, was ich heute liebe.

Weiter ging es dann mit dem hier:
Card Captor Sakura, Clamp
Und dem hier:
Love Hina, Ken Akamatsu
Und dann kam noch mehr dazu. Sowas wie das:
Chobits, Clamp
Mit den Jahren kam dann diese wunderbare Serie aus Korea dazu.

Und am Ende bin ich bei dem hier: 
Solanin, Inio Asano
Und dem hier: Shirayuki
Die rothaarige Schneeprinzessin, Sorata Akizuki
Ist das nicht schrecklich? Einfach scheußlich. Wie kann man sowas zeichnen? Das hat keine Ästhetik, nix.

Prinzipiell muss man gar keine Mangas lesen um sich eine Meinung zu bilden. Man muss ja nie kennen, was man kacke findet, aber man sollte doch aufpassen, dass mans dann später doch nicht klasse findet. Wobei nein, das geht nicht, denn man hat sich darauf eingeschossen.
Aber darum solls nicht gehen, ich will mit diesem Blog zeigen wieso ich Manga liebe.

Manga ist meine Passion. Ich liebe das Zeichnen von Figuren. Ich mag das erfinden von Geschichten. Und ich mag, dass es erfrischend anders ist als der Standard. Es ist lustig und bunt.
Ich liebe aber auch, Manga zu lesen. Leider ist beides in letzter Zeit ziemlich zurück geblieben...

Allerdings fühle ich mich mit jedem Schritt den ich weg mache, einen Schritt weiter von mir selbst entfernt. Teilweise hab ich sogar das Gefühl mich selbst zu verraten.
Ich wollte seit eh und je Mangas zeichnen. Für mich. Einer der Gründe warum ich es aus meinem Unialltag raus halte. Ich hab jetzt schon von vielen Leute, auch beim Bewerbungsgespräch gehört, dass ich vielleicht zu versiert aufs Manga zeichnen bin. Zum Teil stimmt das vielleicht sogar, ich merke auch, wie es mich sauer macht wenn mir das gesagt wird und ich merke auch wie es mich verletzt, denn eins ist klar: Manga ist noch lange nicht akzeptiert. Ich kenne viele, sehr viele Dozenten, Kunstlehrer, Maler und Kritiker, die die Meinung vertreten, dass Manga keine Kunst ist. Es ist einfach, es ist anders, das kann jeder. Und dieses "Das kann jeder", ist... leider wirklich schwachsinn.
Das ist keine Beleidigung an die Leute, die, diese Meinung vertreten, viel mehr meine Meinung zu dem Thema. Jetzt kommen sicher wieder ein paar Experten her und behaupten: "Hey, so krumme Anatomie kann jeder und diese Augen erst recht".
Ehm.. ja... klar. Man kann eine Pseudo Mangafigur in 5 Minuten hinwerfen. Die hat dann wahrscheinlich große Augen und einen kleinen Mund und wahrscheinlich eine viel zu kleine Nase. Aber ist das dann Manga? Kann man darauf stolz sein?
Wohl kaum.
Ich kann von mir sagen, dass ich einen Stil gefunden hab den ich mag. Ich finde ich kann mich mit guten Zeichnern messen und ich denke auch, ich hab zu mir selbst gefunden.
Und wenn dann jemand daher kommt und sagt, das kann jeder, dann geht da in mir schon was kaputt und jeder der Manga zeichnet wird das ebenso empfinden, denn es bedeutet einfach nur, dass man nicht so Einzigartig ist in seinem tun und es setzt die Mangakunst an sich einfach nur herab.
Das ganze hat dann auch nichts mehr mit Kritik zu tun.
Vielen ist auch gar nicht bewusst, wie groß die Anime und Manga Community in Deutschland mittlerweile ist. Man kriegt ja meist nur 3-4 Exemplare der so genannten "Manga-Fans" mit. Und wenn man mehr findet, dann trifft man sie wohl verkleidet und in eine gewisse Halle 2, auf der LBM, gequetscht. Also alles in allem auf den ersten Blick komisch und wie das so ist: Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht. Leider macht dieses Gesetz auch bei mir keinen halt. So find ich Apple halt kacke und jede Band die ich nicht selbst entdecke ist erst mal doof. #
Prinzipiell ist das echt mies, gerade wenn man zeichnet, denn hey!
Woher soll Inspiration kommen, wenn man kein Interesse an neuen Sachen hat? Fakt ist aber leider auch, dass das immer so war.
Mit jeder Kunstrichtung. Mit amerikanischen Comics, mit Impressionismus, Jugendstil.. whatever.
Alles eben.
Dabei kann Manga teilweise so... normal und realistisch sein.
Schaut hier:
Jiro Taniguchi
Oder das:
Lone Wolf and cub, Goseki Kojima
Und das ist noch längst nicht alles. Manga kann auch sehr ernst und realistisch ausschauen wie man an Berserk, Eden, Monster, Lady Snowblood und so vielen Anderen sehen kann.
Das Einzige Problem ist einfach, dass genau diese Sachen nicht so oft gesehen werden.

Fakt ist bei Manga auch einfach, das alles möglich ist! Es muss nicht immer Arina Tanemura mit großen Augen sein, wie hier:
Kamikaze Kaito Jeanne, Arina Tanemura
Was übrigens nicht schlimm ist, ich bin immer noch sehr großer Fan von Arina Tanemura, einfach weil sie ihr Ding macht.
Es kann aber auch erfrischend anders sein vom Stil:
Tekkon Kinkreet, Taiyo Matsumoto
Manga ist eine Kunst. Vielleicht noch eine sehr junge, aber sie wächst mit jedem Jahr und wird Vielfältiger. Auf den ersten Blick mag alles auch noch gleich aussehen, aber auf den zweiten werden die Unterschiede so deutlich. Man muss sich nur einmal damit befassen - und das richtig.

Aber es sind ja auch nicht nur die Zeichnungen, es sind auch die Geschichten. Ein Manga ist ja nicht nur eine Einzelne Illustration und Mangaka darf sich auch nur der Schimpfen, der eine Geschichte zeichnet. Am besten auch noch so, dass man mitfühlt. Mit Charakteren leidet und lacht.
Es gibt tausend verschiedene Geschichten. Es gibt Geschichten für Mädchen und Jungs, für Actionfans, Fantasyfans, ältere Frauen, Dramen und Thriller.Es gibt sogar Twilight als Manga.
Auf den ersten Blick mag eine Geschichte über ein Mädchen, dass sich in eine Kämpferin des Mondes verwandelt echt Klischeemässig klingen, aber dann bringt sie einfach so mal eine ganze Generation zum zeichnen und zum Manga.
Ich kenne so viele Zeichner, die mit dem zeichnen angefangen haben, weil Sailor Moon für Liebe und Gerechtigkeit kämpfte, zwar im Fernsehen, aber genug haben sich dann schnell den Manga, die Vorlage des ganzen Animes, gekauft. Die feinen Linien wurden bewundert, die großen Augen haben gefesselt und man hat sich zum Ziel genommen das auch eines Tages zu können. Denn auch Sailor Moon kämpfte für ihre Träume und war dadurch ein besseres Vorbild als so manch anderer Held heute. Das Pendant zu Sailor Moon ist übrigens ein gewisser zehnjähriger Junge und eine kleine gelbe Maus, die mittlerweile jeder kennt. (Wer ihn nicht kennt: Pokemon.)

Es gibt aber auch Komplexe Geschichten. Geschichten in denen man einfach nur überrascht wird. Kurz vor dem Ende dreht sich alles in eine ganz Andere Richtung und dann sitzt man da, weint über ein Ende, dass nicht so Happy End ist, wie man es gern hätte, oder über ein wunderschönes Ende, das einfach mal nur noch unkommentiert sein kann.
Am Ende muss man sich einfach drauf einlassen.
Wenn man es nicht tut, wird man, solange der Manga dauert, nur feststellen wie verkehrt und blöd alles ist.

Ich persönlich lande immer wieder beim Manga. Ich kann malen was ich will, aber zufrieden werde ich erst, wenn ich die Bärbrauen auspacke und schöne größe Augen male. Dann ist die Welt für mich in Ordnung.

Damit bin ich am Ende von diesem viel zu langem Eintrag den sicher eh keiner zuende lesen wird.
Aber wenn doch: Was liebt ihr an Anime und Manga? Seit ihr meiner Meinung oder ganz dagegen?
Und was sagt ihr allgemein?

Bär

Kommentare:

  1. Ich habs gelesen :)

    Und ich gebe beiden Seiten Recht.
    Wenn Leute Manga von anfang an ablehnen, weil sie sich nie wirklich damit beschäftigt haben ist blöd. Klar.
    Im Grunde sind ist 'Manga' aber auch nur 'Comic'. Sie kommen halt aus Japan und haben genau wie amerikanische oder franko-belgische bestimmte Stilmerkmale entwickelt, an denen man sie erkennen kann.
    Aber darunter gibt es wieder viele einzelne Stile. Ich z.B. liebe EDEN, würde Tanemuras Kram aber nicht mal mit den Fingerspitzen anrühren.

    Hier in Deutschland haben wir ja leider keine nennenswerte Comickultur (Wenn man sich Moers oder König anguckt, könnte man meinen, der deutsche Stil zeichne sich durch große Nasen aus ...) und die vielen jungen Zeichner orientieren sich folglich an anderen Comics. Viele wachsen heutzutage mit Animes und Mangas auf, orientieren sich also daran.
    So haben wir immer mehr 'deutsche Mangas' (deutsche japanische Bildfortsetzungsgeschichten (Was glaube ich der deutsche Begriff für Comics ist XD)). Was ich persönlich auch nicht gut finde.
    Es ist nicht einfach zwischen absolut überflüssigen 'Kopien' zu unterscheiden und wirklich eigenständigen Arbeiten.
    Ich hab gar nichts dagegen, wenn Leute im Mangastil arbeiten. (Und ich unterscheide nicht zwischen Illustrationen und Geschichten. Bei Comics ist es nicht unüblich, mit Autoren zu arbeiten.)
    Solange sie a) zeichnen können und 'Manga' nicht als entschuldigung dafür nehmen, dass ihre Figuren leider anatomische Krüppel sind. (Was ja durchaus der Fall ist.) und b) versuchen, ihren eigenen Stil zu finden. und vielleicht nicht bewusst versuchen 'Manga' zu zeichnen, sondern einfach, was sie mögen und schön finden O.o

    Und bla und bla. Ich habe keine Lust mehr zu schreiben.

    Jedenfalls beeinflussen sich Stilrichtungen immer mehr gegenseitig, z.B. gibt es recht viele französische Comics mit Mangaanwandlungen.

    Und man muss bedenken, dass ich ein paar Jahren viel mehr Leute 'Manga' mögen werden, weil sie damit aufgewachsen sind.

    Andererseits erkennen Leute, die Manga nicht gewohnt sind, nicht immer Unterschiede zwischen den Stilen, was man verstehen sollte.
    Wer 'Mangas' zeichnet, alle in Uniformen steckt und sie Yuki und Aiko nennt ist in vielen Fällen tatsächlich austauschbar.

    Aber ist letzlich alles Geschmackssache, usw. immer beide Seiten berücksichtigen. Es gab Zeiten, da wurde Manga noch mit Hentai gleichgesetzt, heute gibts das bei der Mayersche in der Kinderabteilung.

    (Elfenlied gleich neben der Bilderbüchern. höhöhö ...)

    Versteht eigentlich überhaupt wer, was das alles hier heißen soll?

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  2. Du sprichtst mir so aus der Seele!

    Mir wurde anfangs (2002 rum..) gesagt ich sollte solche Sachen ganz aus meinen Mappen draußen lassen, denn "das wollen wir hier nicht" (Zitat meiner späteren GD-Dozentin. Wobei ich sagen muss, ich habe diese Erfahrung in Grafik-Design Studienrichtungen hierzulande gemacht. Wobei ich mir sicher bin dass Illustrations- und Kunststudienrichtungen da auch sehr antiquiert sind...)

    Was für mich im Mmkehrschluss einfach heißt: was der bauer nicht kenn,... usw.
    ich empfinde das als Unwissenheit der Dozenten usw. und lächel mittlerweile darüber (auch wenn ich es traurig finde).
    Leider vertreten diese Leute die Meinung, dass unsere westliche Kultur und unser Comicstil geschützt und doch auch nur dieser hier entstehen muss (Asterix ist also ok, Manga aber nicht), aber doch bitte nix aus anderen Teilen der Welt hier zu suchen hat... das ist in meinen Augen einfach noch diese alte Generation - Ich hoffe mit der Zeit wird es besser... Manga ist schon lange nicht mehr nur Japan.

    Was ich aber auch noch sagen muss ist, dass selbst Comic noch um seine Daseinsberechtigung kämpfen muss (es ist einfach noch sehr jung) und hierzulande ja als die "Neunte Kunst" bezeichnet wird.. also einfach noch in kein Muster bestehender Kunstformen (wie Architektur, Bildhauerei usw.) passt.
    Aber so war es schon früher mit jeder Kunstrichtung - sie musste immer erst um ihre Anerkennung kämpfen (siehe Fotografie!)

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  3. I know that feel bro :)

    Mir wurde so oft gesagt ich solle mich von diesem "Manga-Schrott" distanzieren weil es mich anscheinend in meiner künsterlischen Entwicklung beeinträchtigen und zurückhalten würde. Ich könne doch so viel mehr als das leisten ...
    Schon damals in der 6ten Klasse ging es los, mein Kunstleherer hat mich stets versucht zu überzeugen wie wenig Wert doch die Mangakunst sei. Er war ein genialer Mann, ich bewundere bis heute seine Werke und seinen Ideenreichtum, nur in dieser Hinsicht waren wir völlig anderer Meinung, er lies mir aber auch nie die Gelegenheit ihm genaueres zu zeigen/erklären.

    Als es dann an meine Mappe für Grafik Design ging war es wieder das gleiche... jeder sagte mir mit diesem Zeug würde ich es nicht hinein schaffen. Manga sei nur ein "Baukastenprinzip" wo man nur vorgefertigte Teile neu zusammensetzten würde. Der größte Schwachsinn was ich je gehört habe.

    Mittlerweile arbeite ich als Illustratorin, hier habe ich eine ganz andere Erfahrung gemacht. Mangastil wird hier nicht von vornherein abgelehnt, er wird genauer betrachtet und fast schon analysiert. Man versucht diesem Stil eine Chance zu geben, zumindest in der Agentur in der ich arbeite :) Aber auch von den Kunden kam bisher positive Resonanz, je nach Produkt und Verwenungszweck ist hier der Stil gerne gesehen.

    Ich selbst lasse dem Ganzen noch etwas Zeit, wie du auch schon sagtest du Kunstrichtung ist noch sehr jung, ich bin allerdings sehr gespannt wie sich das die nächsten Jahre noch entwickeln wird.

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